Papier-Tarifrunde

Gemeinsam zum Papier-Plus

In einer Mittwochnacht im März um 3:18 Uhr erreichte die 1700 Abonnenten des IG-BCE-Messengers die lang erwartete Nachricht auf ihrem Handy: Es
gibt einen Abschluss für die 40 000 Beschäftigten der Papierindustrie. Die Verhandler der IG BCE hatten sich kurz zuvor mit den Vertretern des Papier-Arbeitgebers geeinigt. Dabei hat sich die Gewerkschaft mit der Forderung nach einer Verdoppelung des Urlaubsgeldes auf 1200 Euro voll durchgesetzt. Arbeitnehmer im Schichtdienst erhalten 1280 Euro.

Chrisian Burkert

Protestaktion bei Sappi in Alfeld. Protestaktion bei Sappi in Alfeld.
29.03.2019
  • Von: Alexander Reupke
  • Fotostrecke: 8 Bilder

Für Auszubildende wird das Urlaubsgeld auf 900 Euro angehoben. Für Beschäftigte und Auszubildende gilt die Urlaubsgelderhöhung ab dem 1. Januar 2020. Zudem steigen die Löhne und Gehälter rückwirkend ab dem 1. März 2019 um 3 Prozent. Die Azubivergütungen werden überproportional um 50 Euro erhöht. Die Laufzeit beträgt 18 Monate.

"Das Paket ist Ausdruck von Wertschätzung und ein Beitrag zu mehr sozialer Gerechtigkeit", sagt IG-BCE-Verhandlungsführer Frieder Weißenborn. "Die Urlaubsgeld-Verdoppelung ist ein voller Erfolg und ein historischer Meilenstein. 900 Euro für Azubis sind ein absoluter Spitzenwert im Vergleich zu anderen Branchen."

Einen entscheidenden Beitrag für das Abschlussergebnis gaben die vielen Aktionen in den Betrieben im ganzen Bundesgebiet. Eine davon fand vor dem Alfelder Werk des Papierherstellers Sappi statt. Am sogenannten "Sappi-Kreisel" neben dem historischen Stadtzentrum sammelten sich Dutzende Beschäftigte in IG-BCE-Westen, mit Schildern, Plakaten und mit Sonnenschirm und Liege. Auch in anderen Betrieben griffen die Beschäftigten das Ferienmotto auf - mit Erfolg, wie sich gezeigt hat. "Unser Ziel einer sozialen Komponente haben wir erreicht, da die unteren Einkommensgruppen von der Verdoppelung des Urlaubsgeldes überproportional profitieren" sagt Thomas Lampart, Mitglied der Bundestarifkommission.

Außerdem wurde ein Fahrplan für einen neuen Entgeltrahmentarifvertrag vereinbart, der einen Tarifwandel in der Papierindustrie einleiten soll. Die bestehenden Lohn- und Gehaltsrahmentarifverträge aus den 60er-Jahren sollen abgelöst werden, um eine Gleichstellung zwischen gewerblicher Tätigkeit und Angestelltentätigkeit zu erreichen. Die Verhandlungen beginnen im Oktober.

  • UPM in Augsburg

    UPM in Augsburg

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Den Papier-Messenger wird die IG BCE aufgrund der vielen positiven Rückmeldungen beibehalten und weiter in Echtzeit über diese Themen informieren.

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