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04.02.2015

Neujahrsempfang der IG BCE in Ludwigsburg zum Thema Sozialpartnerschaft:

Warnung vor ideologischen Grabenkämpfen

"Ich hoffe, dass der Bundesarbeitgeberverband Chemie die Kraft, die Geschlossenheit und die Klarheit gewinnt, unsere erfolgreiche Verhandlungskultur und Sozialpartnerschaft fortzusetzen": Mit klaren Worten positionierte sich Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) beim 4. Neujahrsempfang des Landesbezirks Baden-Württemberg und des Bezirks Stuttgart seiner Organisation. Die Veranstaltung, inmitten der aktuellen Chemie-Tarifrunde, stand unter dem Motto Sozialpartnerschaft als Erfolgsmodell der Zukunft?".

Thomas Kienzle/IG BCE

Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE Gewerkschaftsvorsitzender Michael Vassiliadis erläutert, was Sozialpartnerschaft für die IG BCE bedeutet.

Vassiliadis, Vorsitzender der mit rund 661.000 Mitgliedern drittgrößten Gewerkschaft im DGB, betonte Bedeutung und Leistung, die Betriebsräte und Sozialpartner in der deutschen Wirtschaft einnehmen. Gewerkschaften seien integraler Bestandteil für eine demokratische und soziale Ausgestaltung der Wirtschaftsordnung und Gesellschaft. "Anders gesagt: DGB-Gewerkschaften übernehmen Verantwortung über die Durchsetzung partikularer Interessen einzelner Berufsgruppen hinaus. Das unterscheidet uns von solchen Verbänden wie Marburger Bund, Cockpit und GdL. Spaltung und Klientelpolitik sind keine Erfolgsmodelle."

Die IG BCE feiert in diesem Jahr ihr 125-jähriges Jubiläum. Die Arbeitnehmerorganisation ist stolz auf ihre Erfolge, lehnt sich allerdings nicht selbstzufrieden zurück. So erinnerte Catharina Clay, Leiterin des IG-BCE-Landesbezirks Baden-Württemberg daran, dass auch 2015 Mitbestimmung längst nicht überall eine Selbstverständlichkeit ist: "Wir haben erst im vergangenen Jahr wieder festgestellt, dass Arbeitgeber sich für sozial halten und trotzdem verhindern wollen, dass sich in ihrem Betrieb die Beschäftigten organisieren und ihr Recht auf Mitbestimmung wahrnehmen. Vergangenes Jahr, nicht vor 125 Jahren, sind Kollegen gekündigt worden, weil sie Betriebsräte gründen wollten", sagte sie vor rund 100 Gästen.

Thomas Kienzle/IG BCE

Neujahrsempfang 2015 Ludwigsburg Rund 100 Teilnehmer begrüßte die IG BCE in Ludwigsburg.

Andreas Klose, Leiter des IG-BCE-Bezirks Stuttgart, verwies auf die Tragweite der bislang von IG BCE und Chemie-Arbeitgebern "gelebten Sozialpartnerschaft": "Wollen wir weiterhin gemeinsam für innovative und richtungsweisende Tarifverträge stehen, wollen wir weiterhin im konstruktiven Dialog zu Lösungen kommen, wollen wir weiterhin wertgeschätzt werden für unseren eigenen Weg? Oder soll die Zukunft geprägt werden allein von Tarifkonflikten, von fehlenden Möglichkeiten zur politischen Einflussnahme und von abnehmender gesellschaftlicher Akzeptanz?"

Auch der neue Staatssekretär im Finanz- und Wirtschaftsministerium, Peter Hofelich sprach sich in seiner Rede klar für die Sozialpartnerschaft aus. Sie habe sich in der Vergangenheit als Standortvorteil für das Land erwiesen und sei auch in Zukunft unverzichtbar. Gerade die Chemiebranche habe wieder und wieder unter Beweis gestellt, dass die Sozialpartnerschaft gut funktioniere: "Zum Beispiel hat die Chemie als erste Branche in Deutschland einen Demografie-Tarifvertrag abgeschlossen."

Medieninformation und druckfähige Bilder (300dpi) des Neujahrsempfangs zum Download: Beide Fotos rechtefrei, aber zwingend anzugeben ist der Bildnachweis: "Thomas Kienzle/IG BCE"