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12.04.2016

Arzneimittel

Ergebnisse des Pharmadialogs vorgestellt

Die Bundesregierung hat am Dienstag (12. April) in Berlin zusammen mit Vertretern der pharmazeutischen Industrie, der Wissenschaft und der Forschung sowie der IG BCE die Ergebnisse des „Pharmadialogs“ vorgestellt.  Bei den Treffen ging es in den vergangenen anderthalb Jahren um die Frage, wie im deutschen Gesundheitssystem bei begrenzten Ressourcen der Ausgleich zwischen Patientenversorgung, wirtschaftlichen Interessen der Branche und der Sicherung des Pharma-Forschungsstandorts verbessert werden kann.

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Chemie-Laborantin Nach wie vor ist Deutschland einer der größten Chemieproduzenten der Welt.

Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE: „Mühsam, aber konstruktiv – der Pharmadialog hat sich gelohnt. Die Bedeutung der deutschen Pharma-Industrie wird stärker wahrgenommen. Das gilt sowohl mit Blick auf Versorgungsqualität und Sicherheit der Arzneimittel als auch für die Rolle, die die Branche für die Innovations- und Wirtschaftskraft Deutschlands spielt. Verlässliche Rahmenbedingungen sind eine notwendige Voraussetzung für den ökonomischen Erfolg und für den Erhalt und Ausbau von Beschäftigung. Die Pharma-Industrie hängt wesentlich ab vom Qualifikationsniveau und der Leistungsbereitschaft der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels kommt es darauf an, die Fachkräfteentwicklung klug und weitsichtig voran zu bringen.“

Folgende zentrale Vereinbarungen wurden getroffen:

  • Zur Sicherung und zur Gewinnung von Fachkräften werden weitere Anstrengungen unternommen: Die pharmazeutische Industrie wird dazu ihre bisherigen Ausbildungsangebote verstärken und ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fördern. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf soll weiter verbessert werden. Austauschprogramme zwischen Industrie und Wissenschaft sollen die Durchlässigkeit im Ausbildungs- und Beschäftigungssystem erhöhen.
  • Die weltweite Spitzenposition Deutschlands als Standort für klinische Prüfungen soll weiter gestärkt werden. Dazu trägt der Förderschwerpunkt des Bundesministeriums für Forschung und Bildung „Klinische Studien mit hoher Relevanz für die Patientenversorgung“ bei. Mit einem Strahlenschutzgesetz soll die Dauer von Genehmigungsverfahren von klinischen Prüfungen, bei denen radioaktive Stoffe oder ionisierende Strahlung eingesetzt werden, verkürzt werden. Der Referentenentwurf des Strahlenschutzgesetzes soll im Laufe des Jahres 2016 vorgelegt werden.
  • Die Zahl der für Kinder geeigneten Arzneimittel soll erhöht werden, um die Arzneimittelversorgung von Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Dazu sollen die Besonderheiten von Kinder-Arzneimitteln bei der Nutzenbewertung von Arzneimitteln noch besser berücksichtigt werden können.
  • Um Lieferengpässen von Arzneimitteln entgegenzuwirken, wird eine Liste besonders versorgungsrelevanter, engpassgefährdeter Arzneimittel erarbeitet. Ein „Jour Fixe“ unter Beteiligung der Bundesoberbehörden und Fachkreise soll die Versorgungslage beobachten, bewerten und so mehr Transparenz bei der Versorgung mit Arzneimitteln und Impfstoffen schaffen.
  • Der Schutz vor Arzneimittelfälschungen wird verstärkt. Dazu sollen in Zukunft die zuständigen Landes- und Bundesbehörden schon bei Verdacht auf Fälschungen das Inverkehrbringen der Arzneimittel untersagen können, ihren Rückruf oder ihre Sicherstellung anordnen dürfen. Die pharmazeutische Industrie wird zudem „securPharm“ ausbauen, um die zukünftig nach europäischen Vorgaben geforderte Echtheitsprüfung von Arzneimitteln zu ermöglichen.
  • Die Rabattverträge zwischen den Krankenkassen und den Pharmazeutischen Unternehmen sollen künftig so ausgestaltet werden, dass den pharmazeutischen Unternehmern möglichst 6 Monate zur Umsetzung verbleiben.