IG-BCE-Frauentag

Gegen mittelalterliche Frauenbilder

Profan und provozierend – so sei das Frauenbild der Alternative für Deutschland (AfD), sagte der IG-BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis heute beim 5. Frauentag der Industriegewerkschaft in Hannover. Was die Rolle der Frau angehe, sei „das Programm der AfD ein Programm des Rückschritts“. Allerdings steht die rechtspopulistische Partei mit ihren Positionen nicht allein da. In der Arbeitswelt wie in der Gesellschaft gebe es nach wie vor mittelalterliche Verhältnisse, kritisierte Vassiliadis.

Nicole Strasser

IG-BCE-Frauentag 2016
26.05.2016
  • Von: Marcel Schwarzenberger

Rund 250 Delegierte aus fast allen Landesbezirken kamen zum IG-BCE-Frauentag. Bis Sonnabend, 28. Mai, diskutieren sie darüber, warum Themen wie Gleichberechtigung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu den brennendsten gesellschaftspolitischen Fragen unserer Zeit gehören. „Höchste Zeit für Frauen“, lautet der Titel der Tagung. Die Charta der Gleichstellung, vor vier Jahren von der IG BCE ins Leben gerufen, sei bislang von über 40 Unternehmen unterzeichnet worden, sagte die stellvertretende IG-BCE-Vorsitzende Edeltraud Glänzer. „Wir sind Trendsetterinnen und Treiberinnen in vielen Themenbereichen“, betonte sie. Damit es weitere Fortschritte gebe, sei die gesamte Organisation der IG BCE gefragt.

Nicole Strasser

IG-BCE-Frauentag 2016

Frauen verdienen durchschnittlich 20 Prozent weniger als Männer. Und sie landeten häufiger in „Sackgassenberufen“ als Männer, sagte Professorin Kerstin Jürgens von der Universität Kassel. Also in Berufen, die wenig Karrierechancen eröffnen. Immerhin, bis Anfang Dreißig verläuft die berufliche Entwicklung von Frauen und Männern weitgehend konform. „Danach öffnet sich die Schere, vor allem Frauen landen in der Teilzeitfalle“, sagte Vassiliadis. Weil noch immer überwiegend Frauen sich um Haushalt und Familie kümmern, ist ihr Anteil bei den Teilzeitbeschäftigten besonders hoch.

Nicole Strasser

IG-BCE-Frauentag 2016
„Da gibt es auch im öffentlichen Dienst strukturelle Probleme“, berichtete der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil. Teilzeitbeschäftigte würden statistisch gesehen häufig schlechter beurteilt als Vollzeitbeschäftigte. Mit den entsprechenden Folgen für das Berufsleben. Auch auf diese Weise kann sich also Benachteiligung für Frauen zeigen.

Frauen und Männer sollen gleichermaßen Arbeit, Privates und Familie vereinbaren können. „Und sie müssen die gleichen beruflichen Entwicklungschancen haben“, sagte Glänzer.

Nicole Strasser

IG-BCE-Frauentag 2016

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