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24.02.2015

Chemie-Tarifrunde / Verhandlungen vertagt

Arbeitgeber spielen mit dem Feuer

Kassel. Die Tarifverhandlungen für die 550.000 Beschäftigten in der chemischen Industrie sind am Dienstag (24. Februar) ohne Ergebnis geblieben. Die Arbeitgeber legten kein Angebot vor. Die Gespräche werden am 12. und 13. März in Neuss fortgesetzt. Die IG BCE fordert eine Anhebung der Entgelte um 4,8 Prozent bei einer Vertragslaufzeit von zwölf Monaten. Außerdem will die Gewerkschaft den Tarifvertrag „Demografie und Lebensarbeitszeit“ weiter entwickeln und den Demografiefonds ausbauen.

Christian Burkert

Die IG BCE zeigt Flagge Rund 500 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus den nordhessischen Chemie-Betrieben sind zur Kungebung gekommen.

Wie in den neun Verhandlungen auf regionaler Ebene brachte die Bundesrunde in Kassel keine Fortschritte. Die Chemie-Konjunktur läuft stabil und robust auf hohem Niveau, die Arbeitgeber sehen dennoch nur einen minimalen Verteilungsspielraum für Entgelterhöhungen. Konkretisiert haben sie ihre Vorstellungen nicht.

© Blitzfang Medien GmbH


Die Weiterentwicklung der Demografie-Tarifverträge kommt ebenfalls nicht voran, auch hier herrscht Stillstand. Die IG BCE will die Arbeitszeit stärker an den unterschiedlichen Lebensphasen orientieren. So müssen beispielsweise ältere Arbeitnehmer zeitlich entlastet werden, damit sie gesund das Rentenalter erreichen können. Die Gewerkschaft drängt darauf, in den Betrieben mehr für gesunde Arbeit und die Gesundheitserhaltung zu tun.

In den Belegschaften wächst der Unmut über die Blockadestrategie der Arbeitgeber. Die IG BCE wird jetzt ihre Mitgliedschaft mobilisieren, in den kommenden Tagen finden an über 300 Chemie-Standorten Aktionen und Kundgebungen statt.

Peter Hausmann, Verhandlungsführer der IG BCE: „Sehr ordentliche Dividenden für Aktionäre, üppige Bonuszahlungen für Manager und ein paar Cents für die Belegschaften - das ist die Wunschvorstellung der Arbeitgeber. Das passt allerdings nicht zusammen. Die Gewinne werden von den Beschäftigten erarbeitet, das sind die Leistungsträger. Und das muss sich im Portemonnaie bemerkbar machen. Mit Argumenten allein kommen wir jedoch offenkundig nicht weiter. Wir werden deshalb jetzt die Ventile öffnen und unseren Forderungen demonstrativ Nachdruck verleihen. Vor den Toren, auf den Straßen und Plätzen wird die IG BCE Flagge zeigen. Die Arbeitgeber spielen mit dem Feuer. Sie sollten wissen: Die IG BCE ist kampfbereit und hat einen langen Atem.“

Pressekontakt: Michael Denecke, Tel. 0173 60 80 426